codecentric

Agile Culture Capability Model – Impedance Mismatch und Einfluss von Kulturstandards in agilen Projekten mit Onsite-/Near- und Offshore Teams

Vortrag auf der BITKOM und Manage Agile 2012 von Adam Boczek – codecentric AG

Off-shore, Near-shore, Outsourcing? „Nein, das will ich nicht“, sagen viele, „nicht schon wieder“. Und nicht ohne Grund. Viele Organisationen haben bereits klassische Near-/Offshore Projekte (z.B. mit komponentenbasierten Teams und Wasserfallvorgehen) gemacht, leider meist ohne Erfolg. Sehr schnell stellte sich die Frage, ob die verwendete Methodik für diese Projekte angemessen war.
Das Aufkommen agiler Projektmanagement-Methoden ließ bei vielen die naive Hoffnung entstehen, Nearshore-/Offshore Projekte endlich „richtig“ machen und erfolgreich abschließen zu können. „Agile, das ist die Heilung!“. Leider erwies sich diese naive Annahme als falsch, und die erzielten Resultate waren ähnlich schlecht oder sogar schlechter als bei klassischen Vorgehensweisen.
Während in lokal durchgeführten Projekten agile Vorgehensweisen deutlich besser abschnitten als ein Wasserfall-basiertes Vorgehen, ließen sich in Near- und Offshore-Projekten konsistent Probleme beobachten, die zu einem sehr hohen Maß mit kulturellen Unterschieden zusammenhingen. Interessanterweise waren die Auswirkungen dieser kulturellen Unterschiede in agilen Projekten noch deutlich größer als im Wasserfallmodell. Erschweren also andere Kulturstandards als unsere westlichen die Akzeptanz von agilen Werten und Prinzipien? Ist Agilität vielleicht etwas fundamental Westliches? Und wie lässt sich das bestimmen? Lassen sich „agile Fähigkeiten“ messen?

In diesem Talk werden wir uns diesem Thema widmen. Im Zentrum steht das „Agile Culture Capability Model“ (ACCM). Das Modell basiert auf zwei Matrizen: die erste Matrix beschreibt die Korrelation zwischen den Kulturstandards (wie z.B. starke hierarchische Strukturen) und den in jedem agilen Projekt erforderlichen Soft-Skills (wie z.B. Selbstorganisation). Für jede Korrelation enthält die Matrix einen Wert, der beschreibt wie stark die Auswirkung des jeweiligen Kulturstandards auf den korrelierten agilen Soft-Skill ist.
Die zweite Matrix stellt den Zusammenhang zwischen den Kulturstandards und den Kulturgruppen (Ländern) dar. Mit Hilfe von beiden Matrizen lässt sich ziemlich einfach die „agile Fähigkeit“ einer Kulturgruppe ermitteln (global und auf der Solt-Skill-Ebene). Basierend auf diesen Werten können Projektrisiken deutlich genauer erkannt und pro-aktiv die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden, um diese Projektrisiken zu minimieren bzw. zu eliminieren.

AK Software Development Processes & Tools und FA Project Management
11. Juli 2012, 10:30 – 16:15 Uhr
BITKOM Tagungszentrum – Hahnstraße 70 – 60528 Frankfurt am Main
und
Manage Agile 2012
18. Oktober 2012, 14:35 – 15:10 Uhr