Drachen und Blumen
Agilität, Flexibilität, Vertrauen, Solidarität. Diese Schlagwörter zeichnen unter anderem die codecentric AG aus. Wie lassen sich diese Schlagwörter durch Kunst im Firmengebäude umsetzen? Vor allem dann, wenn das Gebäude bereits im Jahr 1895 gebaut wurde und heutzutage unter Denkmalschutz steht? Bauliche Maßnahmen am Gebäude fielen weg, daher mussten Objekte erschaffen werden, die ohne Beschädigung angebracht werden konnten, aber dennoch die Eigenschaften des Unternehmens aufgriffen. Hinzu kam, dass es sich um einen regionalen Künstler handeln sollte.
Fündig wurden wir am Humboldt-Gymnasium in Solingen, an dem Herr Michael Salge Kunst unterrichtet. Neben seiner Lehrtätigkeit ist Herr Salge freischaffender Künstler mit eigenem Atelier. Zusammen mit einem Kunstkurs des Abiturjahrgangs 2011 wurde überlegt, welche Art von Skulpturen dem Unternehmen und dem Gebäude gerecht werden könnten. Nach einer Ortsbegehung mit Herrn Salge und einer Begutachtung der Vorschläge der Schüler einigte man sich auf zwei verschiedene Objekte: einen Drachen und eine Blume. Der Drachen ist ein sogenanntes „Minimal-Art-Objekt“. Bei Minimal Art handelt es sich um eine Kunstrichtung, die in Amerika in den 1950er Jahren aufkam, Objekte auf ihre geometrischen Grundformen reduzierte und diese seriell wiederholte. Die geometrischen Formen unseres Drachens sind Vielecke und Kreise, beginnend mit einem Quadrat, endend mit einem Kreis. Die Größe der Formen ist ansteigend, die Gesamtlänge beträgt etwa 7,5 Meter. Die einzelnen Teile des Drachens bestehen aus Fiberglasgestänge, dass mit Spinnackernylon bezogen wurde. Die die einzelnen Objekte verbindenden Schnüre bestehen aus hochwertiger Drachenschnur. Der Minimal-Art-Drache vereint in sich die Eigenschaften Agilität und Flexibilität. Heute hängt der Drachen im Dachgeschoß des Unternehmens, wo er harmonisch mit dem offenliegenden Originalgebälk zusammenspielt.
Die Blumen sind im Gegensatz zu dem luftigen Drachen ein massives Pappmaché-Objekt. Das Grundgerüst besteht aus Dachlatten, die mit Zeitungspapier und einem feinmaschigen Draht umwickelt wurden. Auf dieses Grundgerüst wurde Pappmaché aufgetragen, geglättet und farblich gestaltet. Die Blume hat einen Stängel, an dem drei Blüten angebracht sind. Die Herausforderung bestand darin, dem Objekt Stabilität zu geben. Auf Grund des Gewichtes war dies mehr als schwierig. Dennoch ist es den Schülern gelungen und die Blume bietet mit einer Gesamthöhe von 1,8 Metern einen imposanten Anblick. Die Blume steht für das Vertrauen, das man dem Unternehmen entgegenbringen kann und die Solidarität, die das Unternehmen ausstrahlt.