Triathletin Melanie Lüdorf

„Hawaii ist härter!“ – Interview mit Ironman-Teilnehmerin Melanie Lüdorf

„Hawaii ist härter!“ – Interview mit Ironman-Teilnehmerin Melanie Lüdorf

Am 8. Oktober 2016 erfüllte sich für Melanie Lüdorf ein lang gehegter Traum: Die von der codecentric AG unterstützte Triathletin trat bei der Ironman-Weltmeisterschaft in Hawaii an.

Und nicht nur das: Sie vollendete die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen in insgesamt 11 Stunden und 8 Minuten – und das bei 34 Grad und ca. 85 % Luftfeuchtigkeit. Damit erreichte sie Platz 39 ihrer Altersgruppe – und übertraf ihr ursprüngliches Ziel, einfach nur zu „genießen und ganz viel Spaß [zu] haben“ (siehe erstes Interview), bei Weitem. Im folgenden Interview zieht Melanie Bilanz über das Rennen.

Und, konntest du den Ironman Hawaii genießen – so wie von dir ursprünglich geplant?

Melanie Lüdorf: Ich konnte den Ironman sogar in vollen Zügen genießen! Es war einfach großartig! Es begann mit einer tollen Schwimmstrecke im wunderschönen, 29 Grad warmen und kristallklaren Pazifik. Danach vergingen die 180 km auf dem Rad wie im Flug. Auf der Marathonstrecke wurde man von tausenden Zuschauern voller Begeisterung angefeuert und gepusht.

Hast du dein persönliches Ziel erreicht?

Melanie Lüdorf: Ich habe es nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen! Die Qualifikation war die größte Hürde. Für Hawaii hatte ich mir vorgenommen, das Rennen zu genießen und Spaß zu haben. Und den hatte ich vom Anfang bis zum Schluss – auch jetzt zehre ich noch davon. Ich hatte gehofft, wenn alles gut läuft, eine Zeit von 11 Stunden und 30 Minuten zu erreichen. Mit 11:08 Std. war ich nur 15 Minuten langsamer bei meiner Qualifikation. Für hawaiianische Bedingungen einfach super! Es lief also alles mehr als perfekt.

Du bist kurzzeitig neben Jan Frodeno (dem aktuell zweifachen Sieger des Ironman Hawaiis in Folge) gelaufen, der gerade bei seinem Zieleinlauf war. Fernsehkameras weltweit haben diese Szene übertragen. Was ging dir in diesem Moment durch den Kopf?

Melanie Lüdorf: Ich dachte: Cool, Jan Frodeno gewinnt zum zweiten Mal, und ich laufe gerade neben ihm! Ich dachte aber auch: Er hat nur noch 1.000 m bis zum Ziel – und ich noch 40 km. 😉

Wie verhindert man bei der unglaublichen Hitze und Anstrengung einen Kollaps?


Melanie Lüdorf: Kühlen, kühlen, kühlen, lautet das Motto. An jeder neuen Meile befand sich eine Verpflegungsstelle mit Eis, Wasser, Cola etc. Ich habe die komplette Verpflegungsstelle genutzt, um mir ausreichend Wasser über Kopf, Hände, Nacken, Gesicht und aufs Trikot zu schütten. So konnte ich mich abkühlen. Das ist das Wichtigste bei dieser Hitze. Außerdem habe ich regelmäßig Salz zu mir genommen. Damit muss man den Körper bei solchen Temperaturen versorgen, da er viel Salz durchs Schwitzen verliert. Ab dem Radfahren habe ich nur noch Cola getrunken und ausreichend Energiegels zu mir genommen, um die komplette Zeit hinreichend mit Zucker versorgt zu sein.

Nun hast du am wichtigsten Sportevent der Welt für Triathleten teilgenommen. Was treibt dich in Zukunft noch an?

Melanie Lüdorf:  Mein nächstes Ziel ist im nächsten Jahr der Ironman in Hamburg. Ich hoffe dann darauf, dass ich 2017 noch einmal auf Hawaii starten darf. Der Mythos Ironman Hawaii an sich ist schon Motivation genug. Man kann gar nicht oft genug mitmachen

Was würdest du anderen Triathleten raten oder an Tipps mitgeben, die mal beim Ironman Hawaii teilnehmen werden?

Melanie Lüdorf: Man sollte alle anderen Ironman-Vorbereitungen vergessen! Hawaii ist härter! Das bedeutet für die Vorbereitung: möglichst hart trainieren, gerade auf dem Rad. Der Wind kommt teilweise kräftig von vorne und von der Seite, er ist nicht berechenbar. Fürs Laufen braucht man viel mentale Stärke. Der Marathon in der Hitze und der unendlich wirkende Highway sind sehr zermürbend. Sehr viele Athleten verzweifeln daran und fangen schließlich an, ein wenig wandern zu gehen, statt weiterzulaufen.

Abschließend: Hast du eigentlich auch ein Laster?

Melanie Lüdorf: Mehrere sogar: Pistazieneis, Schokolade und Rotwein.

Vielen Dank für deine Zeit!