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Führen im Tandem – verschiedene Perspektiven, gleiches Ziel

15.10.2026 | 3 Minuten Lesezeit

Bei codecentric leben wir in vielen Bereichen eine Führung im Tandem wie beispielsweise im Personalteam. Olga und Stefan führen das Team gemeinsam mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die am Ende auf ein Ziel einzahlen. Unsere unterschiedlichen Hintergründe und Stärken führen zu ausgewogeneren Entscheidungen. Gerade im People-Bereich hilft das bei den nicht weniger werdenden Herausforderungen.

Warum wir an Tandemführung glauben

1. Diversität und komplementäre Stärken als Führungsqualität

Unsere Aufgaben als Personalleitung sind vielfältig: strategisch, operativ, kreativ, rechtlich – und oft alles gleichzeitig. Im Tandem können wir genau hier ansetzen und Stärken stärken - das steigert die Qualität unserer Arbeit.

Wenn zwei Menschen führen, treffen zwei Perspektiven aufeinander – und genau darin liegt die Kraft. Unsere Erfahrung, unsere Sichtweisen und auch unsere blinden Flecken ergänzen sich. Und durch die manchmal auch intensive Diskussion der zwei Perspektiven entsteht ein kraftvoller Kompromiss oder eine neue Lösung.

So entstehen lösungsorientierte Diskussionen und bessere Entscheidungen.

➡️ Eine Studie der Hochschule München (2020) zeigt: Führungstandems treffen fundiertere und nachhaltigere Entscheidungen – insbesondere in komplexen, dynamischen Umfeldern.

2. Fokus, Entlastung und Resilienz 

Führung bedeutet Verantwortung – oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Durch die Aufteilung im Tandem können wir uns jeweils stärker auf unsere Kernthemen fokussieren. 

Führung ist oft einsam – und sie kann überfordern. Im Tandem spüren wir das weniger. Wir entlasten uns gegenseitig und können uns gegenseitig vertreten.

Gerade in fordernden Zeiten stärkt diese geteilte Verantwortung unsere eigene Resilienz. Und auch die unseres Teams. Denn wir bleiben klar, präsent und ansprechbar.

➡️ Laut Gallup-Studie (2023) steigt die emotionale Bindung von Mitarbeitenden, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Führungskräfte stabil und greifbar agieren – besonders in schwierigen Phasen.

3. New Work braucht neue Führung und Kontinuität

Wir sprechen viel über New Work: Flexibilität, Teilzeit, Selbstorganisation, Sinnorientierung, Agilität. Aber was bedeutet das für Führung? Aus unserer Sicht: Führung muss sich verteilen. Nicht nur auf Teams – auch auf die Führung selbst. 

Im Tandem leben wir das. Wir sind nicht „die eine Chefin“ oder „der eine Chef“. Sondern wir sind gemeinsam ein Team – strategisch, nahbar, klar. So sichern wir Kontinuität und bleiben für unsere Teams präsent. Das schafft Nähe statt Distanz. Und verhindert ganz besonders: Inselführung.

Durch Zusammenarbeit in der Führung entstehen Synergien, die im Alleingang oft verloren gehen. Führung im Team ermöglicht vielfältige Perspektiven und verhindert, dass Gräben entstehen. Im Tandem haben wir automatisch ein Gegenüber, das hinterfragt, ergänzt, widerspricht – und genau dadurch für Anschluss an andere Bereiche sorgt.

➡️ Laut der Fraunhofer-Studie "Top Sharing in der Praxis" (2022) erhöht Tandem-Führung die horizontale Vernetzung in Organisationen um ca. 37 % 

Was Tandemführung braucht, um zu funktionieren

Tandemführung ist kein Selbstläufer. Es braucht:

  • Regelmäßige, offene und auch informelle Abstimmung: Wir sprechen uns eng ab – informell und in festen Routinen.

  • Eine gemeinsame Linie: andere Schwerpunkte, aber ein gemeinsames Ziel.

  • Vertrauen: Ohne geht es nicht. Man muss sich gegenseitig etwas zutrauen – und vertrauen. Und kein Finger Pointing, denn wir sind ein Team.

  • Fehlerfreundlichkeit und Humor: Zusammen lachen können und sich wohlwollendes und ehrliches Feedback geben, egal ob positiv.

  • Sparring: Wir sind füreinander da, um die Perspektiven zu erweitern, um andere Blickwinkel aufzuzeigen, uns gegenseitig zu challengen.

  • Menschlichkeit: Sich kennenlernen, nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf menschlicher Ebene und sich auch mal auskotzen dürfen, ohne Bewertung.

Kurz: Tandemführung funktioniert, wenn man sich vertraut und sich mag.

Tandemführung braucht Reife, Reflexion und ein echtes Miteinander. Dann kann daraus etwas entstehen, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Unser Fazit

In einer immer komplexer werdenden Welt braucht es Führung, die vernetzt denkt. Die sich gegenseitig stärkt. Sie verbindet Perspektiven, schafft Stabilität und lebt ein echtes Miteinander. Tandemführung ist für uns ein starkes und zeitgemäßes Führungsinstrument- kooperativ, reflektiert und voller Potenzial.

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