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DeepFake: Erkenne AI Generierte Bilder, in 5 Schritte

16.3.2026 | 5 Minuten Lesezeit

Wir leben in einer Zeit, in der ein Bild längst keine Garantie für die Wahrheit mehr ist. KI generierte Inhalte fluten täglich unsere sozialen Medien, Nachrichtenportale und Messenger Gruppen, und die wenigsten Menschen erkennen den Unterschied. Was früher aufwendige Technik und Expertenwissen erforderte, ist heute für jeden mit einem einfachen Internetanschluss möglich. Deepfakes, also künstlich erzeugte oder manipulierte Bilder und Videoinhalte, sind dabei längst kein Nischenphänomen mehr. Sie werden eingesetzt, um Falschinformationen zu verbreiten, Personen zu schaden oder politische Stimmungen zu manipulieren. Die gute Nachricht ist, dass man solche Inhalte nicht einfach hinnehmen muss. Mit den richtigen Online-Tools lässt sich ein KI generiertes Bild in wenigen Minuten entlarven, ganz ohne technisches Vorwissen.

In 5 Schritten prüfen, ob ein Bild KI generiert ist


Schritt 1 – Visuelle Prüfung auf typische KI Fehler
Bevor man irgendein Tool anwirft, lohnt sich ein genauer Blick mit dem eigenen Auge. Oft verrät ein Bild sich schon durch kleine Details. Achte besonders auf Gesichtsmerkmale wie ungleichmäßige Augen, verschwommene Zähne oder zu viele Finger an den Händen. Haare wirken bei KI Bildern häufig zu gleichmäßig oder verschmelzen mit dem Hintergrund. Text und Logos im Bild sind oft unleserlich oder wirken seltsam verzerrt. Hintergründe zeigen manchmal sich wiederholende Muster oder Objekte, die wie zusammengeschmolzen aussehen. Auch Licht und Schatten verraten viel, wenn Schatten in verschiedene Richtungen fallen, stimmt etwas nicht.
Schritt 2 – KI Erkennungstools nutzen
Im nächsten Schritt gibt man das Bild in mindestens drei verschiedene Online Tools ein. Mehrere Tools zu nutzen ist wichtig, da kein einzelnes System eine hundertprozentig sichere Aussage liefert. Empfehlenswerte Seiten sind zum Beispiel Sightengine, Illuminarty, ZeroGPT, IsItAI und Truthscan.
Schritt 3 – Ergebnisse richtig einordnen
Die Prozentwerte der Tools müssen im richtigen Kontext gelesen werden. Werte zwischen 80 und 100 Prozent sind ein starkes Indiz für KI Generierung, sollten aber immer durch weitere Tools bestätigt werden. Werte zwischen 50 und 79 Prozent sind uneindeutig und erfordern weitere Analyse. Werte unter 50 Prozent sprechen eher für Echtheit, schließen KI aber nicht vollständig aus.
Schritt 4 – Metadaten des Bildes prüfen
In den Metadaten eines Bildes stecken oft wertvolle forensische Hinweise. Tools wie ExifTool, Jeffrey's Exif Viewer oder Metadata2Go zeigen, wann und womit ein Bild aufgenommen wurde. Echte Fotos hinterlassen in der Regel GPS Daten, Kameramodell und weitere technische Details. Fehlen diese Informationen vollständig ist das ein deutliches Warnsignal.
Schritt 5 – Reverse Image Searches
Mit einer Rückwärtssuche lässt sich herausfinden, ob ein Bild bereits anderswo im Internet aufgetaucht ist und in welchem Zusammenhang. Google Images und TinEye eignen sich für einen allgemeinen Überblick, wobei TinEye auch die älteste bekannte Quelle eines Bildes anzeigt. Yandex Images liefert besonders bei Personenbildern oft Ergebnisse, die Google übersieht. Wer ein Gesicht im Bild identifizieren möchte, kann zusätzlich PimEyes nutzen.

Reales Beispiel

Hier ein Beispiel und wir gehen es gemeinsam Schritt für Schritt durch. Als Testbild haben wir bewusst ein Foto gewählt, das auf den ersten Blick täuschend echt wirkt, um zu zeigen wie die Methode auch in schwierigen Fällen funktioniert.


Schritt 1 – Visuelle Prüfung auf typische KI Fehler
Schaut man sich das Bild genauer an, fallen einige typische KI Merkmale auf. Die blauen Augen des Leoparden wirken auffällig gleichmäßig und fast zu perfekt, was bei echten Tieren selten so symmetrisch vorkommt. Das Fell geht an den Rändern fließend in den Hintergrund über, ohne eine klare natürliche Abgrenzung zu zeigen. Der Hintergrund selbst wirkt unscharf und wie aus einem Guss, ohne erkennbare reale Tiefe oder Struktur. Insgesamt trägt das Bild die typischen Merkmale eines KI generierten Bildes, nämlich zu makellos, zu gleichmäßig und zu perfekt inszeniert.


Schritt 2 – KI Erkennungstools nutzen
Das Tool ZeroGPT analysiert ein Bild und gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit es KI generiert wurde. Je höher der Prozentwert, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Bild nicht von Menschen aufgenommen wurde.


Schritt 3 – Ergebnisse richtig einordnen
In diesem Fall zeigt ZeroGPT einen Wert von 98 Prozent an, was als hoch eingestuft wird und damit ein sehr starkes Indiz dafür ist, dass das Bild KI generiert wurde. Dennoch sollte man keinem einzelnen Tool blind vertrauen, da verschiedene Tools oft sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern und deshalb immer mehrere Tools gleichzeitig genutzt werden sollten.


Schritt 4 – Metadaten des Bildes prüfen
ExifTool ermöglicht es, die Metadaten eines Bildes zu analysieren. Echte Fotos enthalten dort meist Angaben wie Kameramodell, Hersteller, Belichtungszeit und GPS Daten. In unserem Fall waren keinerlei solcher Informationen vorhanden, was ein weiteres Indiz dafür ist, dass dieses Bild KI generiert wurde.


Schritt 5 – Reverse Image Searches
Die “Reverse Image Search“ ist eine einfache aber wirkungsvolle Methode um herauszufinden, ob ein Bild bereits irgendwo im Internet aufgetaucht ist. Sie zeigt, ob das Bild in einem anderen Zusammenhang verwendet wurde und ob die behauptete Herkunft oder das angegebene Datum glaubwürdig ist. In diesem Fall liefert die Rückwärtssuche keinerlei Ergebnisse, was zunächst überrascht, da das Bild ursprünglich aus dem Internet stammt. Das zeigt einmal mehr, dass auch diese Methode nicht immer zuverlässige Ergebnisse liefert und deshalb niemals als einziges Mittel zur Beurteilung genutzt werden sollte.

Nach Abwägung aller Punkte und Ergebnisse bin ich der Meinung, dass dieses Bild KI generiert ist. Bitte beachten: Kein Tool und keine Methode kann mit absoluter Sicherheit bestätigen, ob ein Bild KI generiert ist oder nicht. Die hier vorgestellten Schritte erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Einschätzung deutlich, ersetzen jedoch kein endgültiges Urteil. Nutze die Ergebnisse stets als Orientierung und nicht als Beweis

Fazit

KI generierte Bilder haben mittlerweile ein Niveau erreicht, das selbst erfahrene Betrachter vor echte Herausforderungen stellt. Was früher auf den ersten Blick erkennbar war, ist heute oft nicht mehr von einer authentischen Fotografie zu unterscheiden. Wer Bilder im digitalen Zeitalter unkritisch konsumiert, läuft Gefahr, gezielter Desinformation zum Opfer zu fallen. Eine verlässliche Einschätzung erfordert daher immer mehrere Prüfebenen gleichzeitig, da keine einzelne Methode für sich allein ausreicht. Ein wichtiger Anhaltspunkt bleibt dabei die digitale Spur, die echte Aufnahmen hinterlassen und die bei KI generierten Bildern häufig vollständig fehlt. Das grundlegende Problem unserer Zeit ist jedoch, dass die Technologie zur Bilderzeugung der Fähigkeit zu ihrer Erkennung konsequent einen Schritt voraus ist.

Quellen

imgfx
zerogpt
exif.tools
Google Reverse Image

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